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Zecken


Wo besteht die Gefahr von Zeckenbissen?

 
  1. Zecken kommen überall vor. Sie lieben hohes Gras, Büsche etc. Sie können beim Biss Krankheiten übertragen.
  2. Eine Ansteckungsgefahr mit Lyme-Borreliose (man schätzt, dass jährlich in der Schweiz 3000 - 5000 Menschen daran erkranken) besteht u.a. im gesamten deutschsprachigen Raum. Diese durch Bakterien verursachte Erkrankung ist aber mit Antibiotika gut zu behandeln. Voraussetzung ist allerdings, dass sie rechtzeitig erkannt wird (s.u.)
  3. Eine Ansteckungsgefahr mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) besteht in der Schweiz in weiten Teilen der Alpen Nordseite. In der Schweiz erkranken jedes Jahr ca. 95-243 Personen an FSME


Aktuelle Gefährdungskarte für die Schweiz finden sich bei www.zecke.ch.

 

Dass Zecken auf Bäumen lauern und sich von da auf ihre Opfer herabfallen lassen, ist eine Sage. In Wirklichkeit sitzen sie im Gras, im Unterholz und in Büschen und werden beim Vorbeigehen abgestreift.

 

Die Gefahr von Zecken "angefallen" zu werden, besteht also bei Freilandaufenthalten mit Kontakt zu bodennahen Pflanzen (hohes Gras, Kraut, Farne, Strauchwerk).


Wie kann ich mich schützen?

  1. Meide hohes Gras, Gebüsch und Unterholz so gut es geht.
  2. Einen gewissen Schutz vor Zeckenstichen bietet geschlossene und helle Kleidung, vor allem lange Hosen. Aber man sollte sich nicht darauf verlassen.
  3. Stecke die Hosenbeine in die Socken, wenn du Zeckengebiete betrittst. (Zecken krabbeln nämlich auf der Kleidung und suchen nach freier Haut).
  4. Insektenschutzmittel mit Berührungsgiften (z.B. "Autan") bieten einen zusätzlichen Schutz. Jedoch können kleine Mengen dieser Gifte auch in den Körper gelangen und sich dort anreichern. Außerdem können sie auch weiche Kunststoffe angreifen.
  5. Zu Hause die Kleidung auf dem Balkon ausschütteln und sofort waschen.


Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Auch das richtige Entfernen der Zecke ist wichtig, damit sie nicht im Todeskampf die Erreger erst recht abgibt.

 

Wichtig: Es gibt kein "rechtzeitiges" Entfernen. Wenn die Zecke bereits vor dir ein anderes "Opfer" hatte, kann die Erregerkonzentration in ihrem Speichel - dort vermehren sich die Erreger besonders stark - bereits ausreichend hoch sein, um direkt beim Biss ein Infektion zu verursachen! Dies gilt vor allem für FSME. Dennoch ist ein frühzeitiges Entfernen sinnvoll, da bezüglich einer Borreliose-Infektion das Risiko i.d.R. erst mit längerer Saugzeit anwächst.

  • Nach Aufenthalten in Gebieten mit potentiellem Zeckenvorkommen sollte der Körper (vor allem auch bei Kindern) sorgfältig nach Zecken abgesucht werden.
  • Bei Kindern insbesondere auch auf Haaransätze achten!

Die Zecke vorsichtig mit einer flachen Pinzette oder einer Zeckenzange fassen und mit gleichmäßigem Zug senkrecht zur Haut heraus ziehen. Danach die Einstichstelle desinfizieren. Die Einstichstelle noch 3-4 Monate beobachten. Die Fingernägel nur im Notfall verwenden um eine Zecke zu entfernen. Geheimtipps wie abbrennen, Öl u.ä. richten mehr Schaden an, als sie nützen.

Unbedingt zum Arzt gehen sollten man, wenn

  • man sich nach dem Zeckenstich abgeschlagen fühlen,
  • Fieber oder grippeähnliche Symptome auftreten oder
  • man ringförmige Hautrötung um die Bissstelle feststellt.


Kann ich mich impfen lassen?

Jein!

 

Nein: Eine Impfung gegen Borreliose gibt es derzeit noch nicht.

 

Ja: Gegen FSME.

 

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung für Menschen, die sich in den FSME-Risikogebieten aufhalten. Die FSME-Impfung besteht aus zwei Teilimpfungen im Abstand von mindestens 14 Tagen. Damit ist bereits eine Schutzrate von 95% erreicht. Für einen anhaltenden Schutz über mehrere Jahre muss nach etwa 9 bis 12 Monaten eine dritte Impfung erfolgen, die dann zu einer Schutzrate von 99% führt. Solltest du in einem gefährdeten Gebiet von eine Zecke gebissen worden sein und keinen Impfschutz haben, gehe sofort zum Arzt. Denn bis maximal vier Tage nach dem Zeckenstich kann der Arzt eine passive Impfung mit Immunglobulinen geben, die die Viren sofort bekämpft. Die meisten Krankenkassen bezahlen die Impfung, wenn man vor hat sich in Risikogebieten aufzuhalten.

Weitere Infos

Weitere unappetitliche Details - insbesondere zum Krankheitsverlauf der FSME/Borreliose - möchte wir Ihnen hier ersparen, wer mehr Informationen haben will, findet die u.a. in der Broschüre

 

Dr. med. Norbert Satz | Zeckenkrankheiten

Ein Ratgeber für Gesunde und Betroffene
mit Beispielen von Patienten

3. Auflage, 108 Seiten, 20 farbige Abbildungen,
diverse Grafiken, broschiert
12,5 x 19 cm

ISBN 3-9520640-0-9
CHF 31.50 + Versandkosten
EURO 25.-- inkl. Versandkosten

 

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