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Waldbrand & Feuergefahr


Unter natürlichen Bedingungen können Waldbrände vor allem durch Blitzschlag und Selbstentzündung entstehen. Diese Waldbrände sind teilweise für das biologische Gleichgewicht des Waldes wichtig.

Meist entstehen Waldbrände aber durch Fahrlässigkeit, Brandstiftung oder Militärübungen.


Voraussetzung und Wirkungszusammenhänge

Klimavoraussetzung

 

  • längere, warme Trockenperioden
  • trockene Winde
  • häufig bei Auflösung von Hochdruckwetterlagen

Jahreszeit

Mitte März-Mai: ausreichend vorhandene, trockene Bodenvegetation
Juni/Juli: Sommerdürre

Tageszeit

Entzündungsgefahr beginnt ab ca. 10 Uhr, da dann der Morgentau verdunstet ist

Waldtyp

starke Gefährdung besteht für dichtstehende Nadelholzreinbestände, bis zum Alter von 40 Jahren, vor allem bei Kiefer

  • am wenigsten gefährdet sind Altholz-Mischbestände
  • trockene, sandige Standorte mit geringer Wasserversorgung
  • trockene Grasdecken, Reisig, Heidevegetation


Die heute in Mitteleuropa vorkommende Waldbrände sind sehr selten Naturereignisse (nur 3-10% der Waldbrände werden durch Blitzschläge verursacht). Der Anteil dieser Brände an der gesamten Brandfläche liegt ebenfalls nur bei ca. 1%. Das liegt daran, dass diese Brände meist von ergiebigen Regenfällen schnell gelöscht werden.

Deutlich über 90% der Waldbrände und fast 100% der Waldbrandfläche werden durch menschliches Fehlverhalten verursacht. Je länger es heiß und trocken ist/war, desto höher ist die Brandgefahr. Insbesondere in Nadelwaldmonokulturen kann es schnell "brenzlig" werden.


Was brennt bei einem Waldbrand?

Es brennt die Bodenvegetation, der Humus, die Rinde und das Laub bzw. die Nadeln von Bäumen und Sträuchern sowie trockenes Holz. Die Bäume sterben so bald das Kambium (die Nährstoff führende Schicht unter der Borke) überhitzt wird.


Richtiges Verhalten in Wald und Flur

Meist durch Unvorsichtigkeit und Leichtsinn entstehen in Wald und Flur Brände z.B. in der Freizeit durch folgende Fehler an Caravans und beim Camping:

 

  • Rauchen und offenes Feuer (dazu zählen auch Campingkocher!) sind grundsätzlich im Wald verboten, nicht nur von März bis Oktober.
  • Ausnahme: Offenes Lagerfeuer oder Grillen (auch mit einem mobilen Campinggrill) ist an den besonders gekennzeichneten Feuerstellen - und nur dort - erlaubt. Aber auch hier ist natürlich immer besondere Vorsicht geboten. Über aktuelle Waldbrandgefahren und erweiterte Verbote informiert dich tagesaktuell deine regionale Zeitung. Online gibt es eine Übersicht der aktuellen Gefahrenstufen für die Schweiz.
  • Katalysatoren werden während des Betriebs heiß. Daher dürfen Pkws, Krafträder und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge nicht auf trockenen Wiesen und Waldwegen abgestellt werden.
  • Müll gehört nicht in den Wald! Jede Glasflasche, Glasscherbe, Folie, Feuerzeug oder Dose mit chemischen Abfällen kann zu einem Brandherd werden. Auch wilde Müllkippen können zu Bränden führen, da sich das Pflanzenmaterial unter Hitzefreisetzung zersetzt!


Waldbrände müssen unverzüglich der Feuerwehr - Tel.: 118 - gemeldet werden!

Melden eines Waldbrands

Im Falle eines Wald- oder Flurbrandes ist sofort die Feuerwehr unter der Notrufnummer 118 oder eine Polizeidienststelle (Notruf 117) zu verständigen. Dabei sind möglichst die nachfolgenden Daten zu übermitteln:

  1. Genaue Angabe des Brandortes (Achtung: Wenn du GPS-Koordinaten angibst, melde auch das Koordinatensystem/Kartendatum!)
  2. Das Ausmaß des Brandes
  3. Art des Brandes (Erd-, Boden- bzw. Wipfelfeuer)
  4. Günstigste Zufahrt zum Brandort, evtl. einen Treffpunkt mit den Einsatzkräften vereinbaren
  5. Den derzeitigen Standort des Meldenden angeben
  6. Sind Menschen oder Sachwerte in Gefahr?
  7. Nähe von Wohnhäusern, Hochspannungsleitungen, Gastanks?
  8. Angaben zur Person
  9. Rückrufnummer